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Bist du ein Outliner oder ein Discovery Writer?

Outliner vs. Discovery Writer

In meinem Beitrag, warum ich mich dieses Mal der Herausforderung NaNoWriMo stellen will, habe ich die Stichwörter kurz fallen gelassen, ohne näher darauf einzugehen. Eine gute Gelegenheit, das vor dem NaNoWriMo schnell nachzuholen.

Als ich das erste Mal von diesen beiden Schreibtypen gehört habe, war ich von der Theorie total begeistert. Natürlich ist der Schreibprozess bei jedem ganz individuell. Zu wissen, wie die beiden Typen prinzipiell ans Schreiben herangehen, hat mir jedoch geholfen, herauszufinden, wo ich mich einordnen kann. Doch was ist eigentlich ein Outliner und was ein Discovery Writer?

Ein Outliner plant – ein Discovery Writer entdeckt

Wenn du ein bisschen Englisch kannst, verrät die Übersetzung schon das Wesentliche.

Als Outliner planst du deine Geschichte durch. Du kennst den Anfang und das Ende, fühlst dich, als wärst du mit deinen Hauptfiguren aufgewachsen, und navigierst dich zielsicher durch deinen Plot. Das bedeutet allerdings nicht, dass du nicht hin und wieder einen kleinen, spontanen Umweg einschlagen kannst. Vielleicht noch schnell bei dem kleinen Café vorbeischaust, das so eine geschichtsträchtige Vergangenheit hat und obendrein die süßesten Muffins der Welt backt. Aber im Großen und Ganzen kennst du das Ziel und weißt, wie du da hinkommst.

Der Discovery Writer ist naturgemäß das Gegenteil vom Outliner

Als Discovery Writer stürzt du dich ohne viele Vorkenntnisse in deine Geschichte, und das ohne Landkarte oder Navi. Du hast eine Grundidee, eine vage Vorstellung von deinen Figuren und ein paar lebendige Szenen im Kopf, ohne genau zu wissen, wo, wie oder wann du sie einbauen willst. Spontane Geistesblitze verarbeitest du direkt in deinem Plot oder kritzelst sie in dein Notizbuch, um sie bis zur nächsten Abzweigung nicht zu vergessen. Du hangelst dich von Kapitel zu Kapitel, der Weg ist eine große Entdeckerreise und am Ziel angekommen, bist du manchmal selbst von deinem Ende überrascht.

Warum du wissen solltest, was für ein Schreibtyp du bist

Jeder Schreibtyp hat andere Vor- und Nachteile, die individuell interpretiert werden können. Was für den einen ein Vorteil ist, kann für den anderen ein Nachteil sein. Das hängt ganz davon ab, was für ein Mensch du bist und was für dich am besten funktioniert. Schließlich gibt es z.B. auch unterschiedliche Lerntypen und dementsprechend unterschiedliche Lernmethoden.

Trotzdem solltest du wissen, wo du dich selbst einsortierst, damit du optimal in deine Geschichte startest und – viel wichtiger – sie auch beendest.

Ein paar Fragen, die du dir zur Identifikation deines Schreibtyps stellen kannst, können sein:

  • Bleibst du oft stecken, weil du nicht weißt, wie es weitergehen soll?
  • Verbringst du Stunden damit, dir liebevoll alle Einzelheiten zu deinen Figuren, deinem Setting oder deiner Fantasywelt auszudenken?
  • Könntest du ein Kapitel ausfallen lassen, weil du weißt, was darin passiert, du aber viel mehr Lust auf das übernächste Kapitel hast?

… dann bist du möglicherweise ein Outliner.

  • Verlierst du die Lust am eigentlichen Schreiben, wenn du dir im Vorfeld zu viele Gedanken machst?
  • Hattest du noch nie das Problem, dass du einmal nicht weiter wusstest – eher umgekehrt?
  • Machen deine Figuren trotzdem, was sie wollen, auch wenn du etwas planst?

… dann bist du vielleicht ein Discovery Writer.

Probier aus, mit welcher Methode du dich am wohlsten fühlst

Wenn du dir unsicher bist, ob du eher zu den Planern oder zu den Entdeckern gehörst, probier doch einfach beides mal aus. Am Ende wirst du vielleicht überrascht sein.

Ich habe jahrelang kaum etwas geplant. Je mehr ich mich jedoch mit diesen beiden Schreibtypen beschäftigt habe, desto interessanter fand ich den Outliner. Bei meinem aktuellen Projekt habe ich es dann einfach mal ausprobiert und so viel geplant, wie noch nie zuvor. Auch beim NaNoWriMo werde ich es erneut mit dieser Methode versuchen – auch wenn ich mir sicherlich nicht so viele Gedanken mache wie eingefleischte Outliner 🙂

 Hast du schon herausgefunden, was für ein Schreibtyp du bist? Wo würdest du dich spontan einsortieren? Kanntest du die beiden Typen schon vorher?

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3 thoughts on “Bist du ein Outliner oder ein Discovery Writer?”

  1. Eindeutig ein Discovery Writer, wobei ich absolut keine Ahnung habe, wo mich mein Schreibprozess hinführt, nur das Ende kenne ich schon. Immerhin habe ich DAS selbst erlebt. Toller Artikel!
    Azrael R.

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