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NaNoWriMo 2014: Wie ich mich vorbereite – Teil 2

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In meinem letzten NaNoWriMo-Artikel habe ich kurz über Ideenfindung gesprochen. Vielleicht ist es dir dabei schon aufgefallen: Ich bin ein großer Fan davon, Fragen zu stellen. Egal, ob es sich dabei um das Was-wäre-wenn oder um das Warum und Wie handelt. Da bei mir die Grundidee in der Regel vorhanden ist, muss ich diese nur noch ausarbeiten. Dabei hilft es mir, alle möglichen Fragen zu stellen.

Das habe ich auch bei meinen beiden Grundideen getan, zwischen denen ich beim letzten Artikel noch geschwankt habe. Inzwischen habe ich mich für eine entschieden. Fragen zu stellen, hat mir bei beiden Ideen weitergeholfen. Bei Variante B habe ich jedoch gemerkt, dass ich mich bei zu vielen Fragen noch über Google hätte schlau machen müssen. Und bei Variante A ist es einfach so geflutscht 🙂

Aber wie kommst du zu einer Story, die 50.000 Wörter und mehr umfasst?

Wie du von einer Idee zu deiner Story kommst

Ob du als Ausgangspunkt eine Figur, eine Situation oder eine Frage (z.B. Was wäre, wenn …?) im Kopf hast, für eine Story brauchst du einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Das Bindeglied zwischen Anfang und Mittelteil und zwischen Mittelteil und Ende ist jeweils ein Wendepunkt.

Was genau meine ich mit Wendepunkt?

Zwischen Anfang und Mittelteil ist der Wendepunkt das, was die Story ins Rollen bringt. Am Anfang stellst du deine Figur in ihrer Alltagswelt vor, also so, wie sie bis zum Beginn deiner Story gelebt hat. Jetzt muss allerdings etwas passieren, was es wert ist, erzählt zu werden.

  • Ein neuer Mitschüler kommt in deine Klasse.
  • Für den Auftrag eines Großkunden wird dir ausgerechnet der Praktikant als Unterstützung zur Seite gestellt.
  • Jetzt hast du schon tausendmal bei diesem sexy Barkeeper dein Bier bestellt, heute fragst du ihn nach einem Date.

Ab dem Mittelteil gibt es keinen Weg zurück

Hast du den Mittelteil erreicht, muss etwas Unumkehrbares passieren. Ein Ereignis, nach dem es keinen Weg mehr zurück gibt und das den Konflikt weiter zuspitzt. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, weiterzumachen, aber egal, für welche du dich entscheidest, deine Figuren müssen bis zum (bitteren) Ende damit leben.

Bei Liebesromanen ist das meist die Stelle, an der die beiden Hauptfiguren zum ersten Mal miteinander schlafen bzw. zum ersten Mal erkennen, dass Gefühle im Spiel sind oder wie stark diese Gefühle inzwischen geworden sind.

Das letzte Hindernis vor dem Ende

Nun könnte alles so schön sein. Deine beiden Hauptfiguren reiten in ihren wohlverdienten Sonnenuntergang, wenn … ja, wenn da nicht plötzlich noch eine fiese Gewitterwolke auftauchen würde … oder so. Denn zwischen Mittelteil und Ende gibt es noch einen zweiten Wendepunkt, der allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung macht.

  • Der neue Mitschüler zieht erneut um und wird die Stadt zum Schuljahresende verlassen.
  • Sexuelle Beziehungen am Arbeitsplatz sind verboten und da du es verbockt hast, musst du den Praktikanten feuern.
  • Plötzlich steht eine Frau im Schlafzimmer – dein sexy Barkeeper ist verheiratet!

Warum du den zweiten Wendepunkt brauchst

Mit dem zweiten Wendepunkt kurz vor dem Ende spitzt du die Lage noch einmal dramatisch zu. Damit verhinderst du, dass deine Story kurz vor dem Ende einen langatmigen Hänger bekommt, bis deine Protagonisten dann tatsächlich in den Sonnenuntergang reiten können. Außerdem freuen sich deine Leser nach diesem letzten Hindernis umso mehr, wenn deine Figuren am Ende zusammenkommen.

Für meine NaNoWriMo-Idee habe ich mich an diesem Schema orientiert. Ich habe mir eine Ausgangssituation und ein dazugehöriges Ende überlegt. (Da ich Gay Romance schreibe, dürfte klar sein, worin das Ende besteht …) Um das größtmögliche Potential aus deiner Idee herauszuholen, sind Ausgangssituation und Ende idealerweise so weit wie möglich voneinander entfernt. Das erhöht das Konfliktpotential und damit die Spannung. Dann gilt es nur noch, mit Hilfe der beiden Wendepunkte die beiden Eckpunkte über den Mittelteil zu verbinden.

Und nachdem ich jetzt so lange von Variante A und B gesprochen habe, bekommst du hier einen Überblick über meine NaNoWriMo-Story mitsamt Arbeitstitel und zusammengezimmertem Cover:

Frei sein mit Freytag

Frei sein mit FreytagMarkus Freytag, 27, führt das aufregende Zigeuner-Leben eines Reisejournalisten mit eigenem Reiseblog: Frei sein mit Freytag.

Für eine Artikel-Serie rund um das Thema Heimat nimmt er sich von seinem Jetset-Leben eine Auszeit, um bei der Gelegenheit Familie und Freunde wiederzutreffen, die er teilweise jahrelang nicht gesehen hat. Ganz besonders freut er sich auf ein Wiedersehen mit Eike, der sein erster Freund war.

Doch Eike ist alles andere als begeistert über Markus‘ Heimkehr und zeigt ihm die kalte Schulter. Die Zurückweisung trifft Markus härter, als gedacht, denn er merkt, dass die alten Gefühle für Eike immer noch da sind – und das stärker als zuvor …

Morgen geht es los mit dem NaNoWriMo! Wie weit bist du mit deiner Planung? Hast du dir anhand eines ähnlichen Schemas wie oben beschrieben schon einen groben Plan gemacht oder gehst du nur mit einer Grundidee an den Start? Und: Writing Buddies sind nach wie vor gerne gesehen 🙂

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