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Wie mich die App „Write-O-Meter“ zum Schreiben motiviert

Vor einiger Zeit habe ich auf Facebook kurz über die App „Write-O-Meter“ gesprochen. Nachdem Karo Stein daraufhin in einen Schreibrausch geraten ist und mich das so freut, dachte ich, ich stelle die App noch einmal ausführlicher vor.

Die eigene Schreibaktivität überwachen

Im NaNoWriMo 2014 habe ich gemerkt, wie wichtig es für mich ist, meine Schreibaktivität zu überwachen. Das klingt im ersten Augenblick schlimmer und diktatorischer, als es ist. Bei mir ist Schreiben in der Regel eine ziemlich einsame Angelegenheit. Ob ich heute 500 Wörter schreibe, morgen kein einziges und dafür übermorgen 2.000 interessiert niemanden. Mich im schlimmsten Fall auch nicht. Entweder habe ich keine Zeit oder etwas Besseres zu tun und, ach, ob ich das Kapitel jetzt noch diesen Monat fertig schreibe oder nächsten, ist ja eigentlich auch egal.

Schreiben ist harte Arbeit. Das heißt, unser Gehirn tut alles, um sich davor zu drücken, weil es in Wahrheit ein ziemlich fauler Hund ist. Es lässt sich lieber von Blödsinn im Fernsehen berieseln oder schaltet auf Durchzug, während du stumpfsinnig die Fenster putzt, die es wirklich mal wieder dringend nötig hatten. In Fachkreisen nennt sich dieses Verhalten auch Aufschieberitis oder Prokrastination.

Mit Write-O-Meter lässt sich – ähnlich wie bei der Statistik vom NaNo – dagegen vorgehen.

Täglicher Wordcount als Motivation

Das Schöne an der App ist, dass du sie für mehrere Projekte, egal ob kurz oder lang, gleichzeitig verwenden kannst. Jedes Projekt lässt sich in Länge, Deadline und täglichem Wordcount  individuell konfigurieren und nachträglich anpassen. Auch bereits angefangene Projekte können importiert werden. Dann startest du nicht von 0, sondern z.B. von 12.893 Wörtern.Zusätzlich kannst du Reminder einstellen, die dich zu einer bestimmten Uhrzeit daran erinnern, wenn dein täglicher Wordcount noch nicht erreicht ist.

Bei meinem aktuellen Schreibprojekt mit dem Arbeitstitel „Telefon“ sieht das zum Beispiel so aus (mit Klick auf das Bild kannst du es vergrößern):

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In der Projektübersicht siehst du dann deinen täglichen Wordcount, wie weit du mit deinem Projekt insgesamt bist und wie viele Tage dir noch bis zur Deadline bleiben. Außerdem rechnet dir die App aus, wie viele Wörter pro Tag ausreichen, um dein Ziel innerhalb der Zeit zu erreichen. Auch wenn bei mir gerade deutlich weniger als 1.500 Wörter steht, solltest du dich darauf nie ausruhen. Es gibt immer wieder einen Tag dazwischen, an dem du nicht an den PC kommst.

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Der Fortschritt selbst wird über den „Writing log“ festgehalten. Besonderes Highlight: die grafische Darstellung, an der du deinen Fortschritt visuell erkennen kannst. Dabei kannst du dir aussuchen, ob du dir das lieber als Kurve oder als Balkendiagramm anzeigen lässt.

Ich persönliche stehe auf die Kurve. Wenn nach hinten raus so wahnsinnig viel grün angezeigt wird, habe ich das Gefühl, tatsächlich richtig was geschafft zu haben.

Statistik

Sobald du ein Projekt beendet hast, kannst du es archivieren. Dann verschwindet es aus der Liste deiner aktuellen Projekte. Das kann ganz nützlich sein, wenn du z.B. zu dem Typ gehörst, der gleichzeitig an mehreren Projekten schreiben kann.  Archivierte Projekte lassen sich jedoch auch ohne Probleme wiederherstellen, falls du doch noch daran weiterarbeiten möchtest.

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Mit einem Ziel schreibt es sich leichter

Seit ich die App auf mein Handy runtergeladen habe, kann ich nicht mehr ohne sie. Ich freue mich darauf, nach getaner Arbeit meinen Schreibfortschritt festhalten zu können, und bekomme ein schlechtes Gewissen, wenn die App mir abends vor dem Schlafen gehen vorwirft, dass ich noch 1.500 Wörter zu schreiben habe. Oder 736. Oder 298.

Tatsächlich ist es für mich sehr viel einfacher, mich hinzusetzen und zu schreiben, wenn ich ein konkretes Ziel habe, auf das ich hinarbeiten kann. Oder mich noch einmal dran zu setzen, wenn mir wirklich nur noch 298 Wörter fehlen. Genauso hilft es mir jedoch, zu wissen, dass ich trotz Kopfschmerzen und eigentlich überhaupt keine Zeit doch noch 513 Wörter geschrieben habe. Und wenn ich einen guten Lauf und Zeit habe, ist es unheimlich befriedigend, zur Abwechslung mal 2.596 Wörter einzutragen. In dieser Hinsicht finde ich Zahlen und Statistiken dann wirklich sexy.

Wie motivierst du dich zum Schreiben? Findest du, dass Wordcount nicht alles ist? Hältst du mich für verrückt, weil ich so militärisch korrekt Buch über jedes einzelne, geschrieben Wort führe? 🙂

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5 Gedanken zu „Wie mich die App „Write-O-Meter“ zum Schreiben motiviert“

  1. Besten Dank für die Erklärung!
    Ich schreibe schon ziemlich lange ohne App und las gerade bei einer Kollegin darüber. So landete ich beim googeln hier.

    Darf ich fragen: Benutzt Du die App noch immer?

    1. Hallo Angel,

      ja, ich benutze die App noch immer sehr gerne und ich glaube, auch recht erfolgreich 🙂 Sie ist einfach zu bedienen und mit einem Ziel vor Augen schreibt es sich meiner Meinung nach einfach disziplinierter (siehe den NaNoWriMo, bei dem man in einem Monat 50.000 Wörter schreiben soll). Inzwischen bin ich sogar so gut konditioniert, dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn mich die App daran erinnert, dass ich mein Tagessoll noch nicht geschafft habe 😉

      Da die App kostenlos ist, würde ich dir vorschlagen, sie einfach mal auszuprobieren, um zu sehen, ob sie was für dich ist 🙂

      LG
      Nora

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