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Es kommt nicht auf die Größe an … oder doch?!

Nein, nicht das, was ihr denkt …
Im weitesten Sinne geht es zwar um die Größe, aber vermutlich wäre in diesem Zusammenhang Länge präziser: die Länge von Büchern bzw. Geschichten.
Aber dazu ist mir keine schöne Überschrift eingefallen 😀

Lang vs. kurz – Dicker Wälzer gegen Heftroman

Nachdem ich mit den Geschichten zu Paul & Hack eher zwei Novellen geschrieben habe – beide so um die 20.000 Wörter -, bin ich jetzt an etwas Längerem dran. Angepeilt sind 100.000 Wörter, aber eigentlich bin ich da flexibel. Ich brauchte für meine Writeometer-App nur eine Obergrenze 🙂

Beim Schreiben fällt mir auf, dass es erhebliche Unterschiede zwischen langen und kurzen Geschichten gibt – wer hätte es gedacht? Darauf gekommen bin ich unter anderem durch einen Kommentar auf meine Paul & Hack-Storys, in dem sich Sev van Rabasta gewünscht hat, dass ich nicht immer direkt von Ort zu Ort springen soll, um Raum für Spekulationen zu lassen.

Ohne viel Schischi oder lieber ausgeschmückt?

Darüber habe ich einige Zeit nachgedacht und festgestellt, dass das bisher bei Paul & Hack tatsächlich nicht vorgesehen war. Sich Zeit lassen. Dem Ganzen mehr Raum geben. Mal einen Blick nach links und rechts werfen. (Abseits der Arbeit hat Steffen auch die eine oder andere interessante Geschichte zu erzählen und Wilma ist die meiste Zeit über alles andere als glücklich mit ihrem Mann.)

Bei Paul & Hack ging es für mich vorrangig darum, zwei Dinge auszuprobieren:
1.) eine Novelle zu schreiben (oder zwei XD) und
2.) straightforward zu schreiben und alles »Unwichtige« wegzulassen.
Punkt zwei war mehr eine Schreibübung. Ein Test, ob ich mich kurzfassen und auf den Punkt sein kann.

Fortsetzungsromane im Trend

An Punkt eins wollte ich mich versuchen, da viele E-Books bei Amazon inzwischen dazu tendieren, zwischen 100 und 250 Seiten lang zu sein. Natürlich gibt es Ausnahmen und natürlich gibt es weiterhin dicke Wälzer und kurze Geschichten, aber dazwischen eben immer öfter ein Mittelding. In meinen Augen begünstigt das vor allem Fortsetzungsromane (siehe z.B. Sydney Stafford oder Dahlia von Dohlenburg), aber auch die berühmten Reihen mit mehreren Protagonisten, die in einzelnen Büchern ihre Hauptrolle haben (siehe z.B. A.C. Lelis oder Susann Julieva).

Bei Ersterem bieten sich Novellen und/oder Kurzromane an, aber auch bei Letzterem kann man auf sie ausweichen, um einen übergeordneten Handlungsstrang zu Ende zu erzählen oder (Neben-)Figuren zu beleuchten (ob das immer innerhalb von 200 Seiten geschieht, sei mal dahingestellt).

Einzigartiger Vorteil: Schnelles Feedback

Die Vorteile davon sind offensichtlich: 20.000 Wörter sind schnell geschrieben, schnell überarbeitet und schnell gelesen – was wiederum schnelles Feedback für den Autor bedeutet. Und ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig und wertvoll Feedback ist. Das habe ich bei Paul & Hack wieder am eigenen Leib erfahren. (Und habe ich eigentlich schon oft genug erwähnt, wie glücklich es mich macht, dass ihr die beiden mit offenen Armen empfangen habt? :)).

Ich muss sagen, bei meinem aktuellen Schreibprojekt fehlt mir diese Rückmeldung gerade (daher rührt vermutlich dieser Blogeintrag XD). Lustig, wenn man bedenkt, dass ich für Fanfiktion.de früher eine Geschichte erst zu zwei Dritteln fertig geschrieben habe, bevor ich sie hochgeladen habe (dann war ich einfach zu ungeduldig XD).

Auch schön: Platz, um rumzuspinnen

Andererseits merke ich, wie schön es ist, sich bei jeder einzelnen Szene auszulassen. Hier noch ein Detail hinzufügen, dort eine Figur näher betrachten oder einen Nebenhandlungsstrang aufmachen. Irgendwie gibt es mir ein Gefühl von Freiheit zu wissen, dass ich theoretisch keine Obergrenze einhalten muss.

Ob alle kleinen Lieblingsszenen die Überarbeitung überleben werden, bezweifle ich zwar, aber für den Moment ist mir das egal 🙂

Worauf ich eigentlich hinauswollte (so viel zum Thema kurzfassen, haha): Was ist euch lieber? Als Leser und/oder Autor? Lieber kurz und bündig, dafür in kürzeren Abständen immer mal wieder was, oder lieber lang und umfangreich, dafür aber mit längeren Durststrecken? Schrecken euch lange/kurze Geschichten aus irgendwelchen Gründen vielleicht sogar ab? (Mit lang und umfangreich meine ich übrigens nicht langweilig, weil langatmig, sondern einfach in einem größeren Rahmen erzählt.)

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14 thoughts on “Es kommt nicht auf die Größe an … oder doch?!”

  1. Hallo Nora

    Ich persönlich bevorzuge lange Romane. Da gibt es meist mehr Drama, Liebe und meist Happy End. Bei kurzen Geschichten fehlt mir manchmal der Tiefgang. Als Seitenstory zu langen Romanen in Ordnung aber für eine neue Geschichte zu wenig. Da lass ich auch mal die Finger davon.

    D.

    1. Danke für das Feedback, Doreen! Zugegeben, ich persönlich bin bei zu kurzen Sachen auch immer etwas skeptisch, hatte in letzter Zeit aber auch ein, zwei positive Überraschungen bei „eher“ kurzen Romanen (was kurz oder lang ist, ist meistens eher relativ XD).

  2. Hallo Nora,
    ich liebe lange, spannende Geschichten und wenn die Möglichkeit besteht, sogar Fortsetzungsromane, wo die Protas von Teil 1 auch noch in Teil 4 od. 5 vorkommen. 🙂
    Ich mag es gerne, wenn die Story ins Detail geht und nicht nur an der Außenschicht kratzt, wo es auch Nebenprotas gibt, die evtl. auch mal ihre eigene Geschichte bekommen.
    Liebe Grüße Angelika

    1. Danke für die Rückmeldung, Angelika! Die zunehmende Verästelung von Geschichten, Settings und Figuren scheint sehr im Trend zu sein *lacht* Wenn es gut gemacht ist, freue ich mich auch immer, „alte Bekannte“ wiederzusehen.
      Hm, gibt auf jeden Fall anregende Denkanstöße. Danke 🙂

  3. Hallo Nora, ich mag es, verschiedene Facetten der Hauptfiguren kennenzulernen, und meist geht das in längeren Geschichten besser. Wenn mir eine lange Geschichte gut gefallen hat, liebe ich kurze Fortsetzungen oder Side-Stories. Bei kurzen Geschichten bleiben manchmal die Protas ziemlich eindimensional, das ist schade. Solange der Autor etwas zu erzählen hat, darf es gerne etwas länger sein!
    Liebe Grüße, Christine

    1. Danke für deine Meinung, Christine! Genau, ich finde, das ist der Knackpunkt an der Sache: Wenn es etwas zu erzählen gibt, darf es auch erzählt werden, solange es spannend bleibt 🙂

      (Jetzt noch mal als Antwort auf deinen Kommentar XD Hab irgendwie den falschen Button erwischt .___.)

  4. Hallo Nora,
    mir sind lange Geschichten auf jeden Fall lieber. Damit meine ich in sich abgeschlossene Geschichten. Fortsetzungen darf es gerne geben,in denen die Protas aus den vorhergehenden Büchern wieder auftauchen und Nebenrollen spielen.(A.C.Lelis) Bei reinen Fortsetzungen, wie Sydney Stafford oder Nicole Henser, warte ich immer ab, bis die Serie/Folge zu Ende ist, bevor ich sie lese.(Selbst dann empfinde ich sie oft nicht so „flüssig“)
    Also, im Zweifelsfall lieber länger warten…
    LG Petra

    1. Vielen Dank für die Rückmeldung, Petra! Finde ich interessant, dass du das Gefühl hast, Fortsetzungsromane wären weniger flüssig als lange Sachen, die „aus einem Guss“ entstehen. Hm …
      Auf jeden Fall bin ich froh, dass gemeinhin lange Sachen doch noch nicht durchgefallen sind *lol*

  5. Ich mag auch lieber lange Geschichten. Kurze haben zwar auch was für sich (ich mochte deine Hack und Paul Geschichte im übrigen auch sehr), aber bei Büchern (auch Online Geschichten) genieße ich dann doch lieber was längeres. Auch, weil ich mit kurzen Geschichten immer so wahnsinnig schnell fertig bin. Ich verliere mich gerne in Büchern, das passiert bei kurzen ja eher nicht so. Für zwischendurch ganz okay, aber bei längeren Geschichten hat man auch einfach mehr Tiefgang der bei kurzen Sachen fehlt, und den ich gerne habe (eben auch um mich in der Geschichte so ein bisschen zu verlieren).

    Und es ist einfach mehr Platz für zb auch Nebencharaktere. Die finde ich nämlich auch immer sehr spannend (und wenn’s dann von dem ein oder anderen Nebencharakter noch eine eigene Geschichte folgt, umso besser).

    1. Danke für dein Feedback, Annanym! Wahrscheinlich fühlen sich Autoren besser als Leser damit, mit einer Geschichte „schnell fertig zu sein“ 😉 Aber klar, aus Lesersicht sehe ich das ganz genauso. Da will ich – wenn es gut ist – auch nicht, dass es zu schnell vorbei ist 🙂 Das mit dem Platz stimmt leider. Da lässt sich auch nichts schön reden *seufz*

  6. Hallo SnowWhite,

    ich mag persönlich längere Geschichten, weil sie mehr Tiefe haben und man so schön in ihnen versinken kann. Allerdings habe ich nicht immer viel Zeit zum lesen, daher haben auch kurze Geschichten für mich ihren Reiz. Mal eben schnell gelesen, fertig. Bleiben aber selten dann in Erinnerung. Deine Geschichten mag ich in allen Längen xD
    Gruß Maya2 (ff.de)

    1. Danke fürs Kommentieren, Maya2 – und das Kompliment 😀
      Na ja, ich schätze, es hat beides irgendwo seine Vor- und Nachteile, sowohl für den Leser als auch für den Autor 🙂

  7. Ich schließe mich auch der vorherrschenden Meinung an. Je länger, desto besster! 🙂
    Nicht, dass ich deine Novellen nicht auch sehr gern (!) gelesen hätte, aber in längere Geschichten kann ich mich einfach besser hineinversetzen und mit dem/n Protagonist/en mitfühlen.
    Manchmal kann es bei kürzeren Geschichten ganz reizvoll sein, wenn einiges am Ende offen bleibt und man sich als Leser seine eigenen Gedanken über die Charaktere/Story macht, aber das ist eher die Ausnahme. Um eine Geschichte wirklich „lieben“ zu können und diese immer zu lesen zu wollen, braucht es für mich einfach irgendwie diese Tiefe/Länge (siehe z.B. die Licht in den Schatten-Reihe von Lynn Flewelling). Erst dann habe ich das Gefühl, den Charakter in- und auswendig zu kennen und an seinem Schicksal mindestens so viel Anteil zu nehmen wie an meinem ;). Dafür nehme ich gern längere Durststrecken in Kauf, wenn ich weiß, dass so etwas Tolles am Ende auf mich wartet.
    Aber wenn ein sehr guter Autor gern beides schreibt, also kürzere Novellen zwischen den großen, langen Geschichten, würde ich mich auch nicht beklagen :D.
    LG Becca

    1. Danke für deine Meinung, Becca 🙂 Inzwischen hat sich da, glaube ich, tatsächlich eindeutig eine generelle Vorliebe abgezeichnet. Na ja, ich muss gestehen, bei mir ist das auch nicht anders – ich lese auch lieber längere Sachen 🙂

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